Dieses neue Implantat benötigt keine Schrauben – Mehr erfahren

Das neue Implantat ist so konzipiert, dass es ohne Schrauben befestigt werden kann. Es eignet sich für verschiedene zahnmedizinische Anwendungen und ermöglicht eine unkomplizierte Handhabung für Zahnärzte und Patienten. Weitere Informationen helfen, die passenden Einsatzmöglichkeiten besser zu verstehen.

Dieses neue Implantat benötigt keine Schrauben – Mehr erfahren Image by Gerd Altmann from Pixabay

Die moderne Implantologie hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Während klassische Zahnimplantate auf Schraubverbindungen setzen, gibt es nun Systeme, die auf andere Befestigungsmechanismen zurückgreifen. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Funktionsweise, den Vorteilen und der praktischen Anwendung auf.

Was sind Zahnimplantate ohne Schrauben?

Traditionelle Zahnimplantate bestehen aus einem Titankörper, der in den Kieferknochen eingeschraubt wird und als künstliche Zahnwurzel dient. Die neue Generation schraubenloser Implantate nutzt alternative Befestigungsmethoden wie Presspassung, Klemmverbindungen oder spezielle Beschichtungen, die eine stabile Verankerung im Knochen ermöglichen. Das Implantat wird dabei in eine präparierte Öffnung im Kieferknochen eingesetzt und fixiert sich durch die Knochenstruktur selbst oder durch biologische Integrationsprozesse. Diese Systeme verzichten auf das klassische Gewinde und setzen auf eine direkte mechanische oder biologische Verbindung zwischen Implantat und Knochen. Die Osseointegration, also das Einwachsen des Knochens in die Implantatoberfläche, erfolgt ähnlich wie bei herkömmlichen Implantaten über mehrere Wochen bis Monate.

Vorteile der neuen Implantattechnologie

Die schraubenlose Implantattechnologie bietet mehrere potenzielle Vorteile gegenüber traditionellen Systemen. Ein wesentlicher Aspekt ist die vereinfachte chirurgische Prozedur, da das präzise Einschrauben entfällt. Dies kann die Operationsdauer verkürzen und die Belastung für den Patienten reduzieren. Zudem besteht bei schraubenlosen Systemen theoretisch ein geringeres Risiko für Mikrobewegungen während der Einheilphase, was zu einer stabileren Primärfixierung führen kann. Die Kraftverteilung im Knochen unterscheidet sich von geschraubten Implantaten, was in bestimmten Knochensituationen vorteilhaft sein kann. Ein weiterer Punkt ist die potenziell geringere mechanische Belastung des umgebenden Knochens während der Insertion, da keine rotierenden Kräfte wirken. Allerdings ist anzumerken, dass diese Vorteile stark vom spezifischen System und der individuellen Knochensituation abhängen.

Einfache Handhabung des modernen Implantats

Für Zahnärzte bedeutet die schraubenlose Technologie eine Anpassung der chirurgischen Technik. Die Präparation des Implantatbetts muss äußerst präzise erfolgen, da die Passgenauigkeit für die Stabilität entscheidend ist. Viele Systeme verwenden spezielle Instrumente, die eine kontrollierte Insertion ohne Drehbewegung ermöglichen. Die Handhabung kann als intuitiver empfunden werden, da das Implantat direkt positioniert wird, ohne dass ein Drehmoment berücksichtigt werden muss. Für Patienten gestaltet sich die Nachsorge ähnlich wie bei herkömmlichen Implantaten. Die Einheilzeit variiert je nach Knochendichte und individueller Heilungskapazität, liegt aber typischerweise zwischen drei und sechs Monaten. Während dieser Phase ist eine gute Mundhygiene und regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt wichtig, um eine erfolgreiche Osseointegration zu gewährleisten.

Welche Patienten kommen infrage?

Nicht jeder Patient ist automatisch für schraubenlose Implantate geeignet. Die Knochenqualität und -quantität spielen eine entscheidende Rolle. Patienten mit ausreichender Knochendichte und -höhe sind ideale Kandidaten, während bei stark reduziertem Knochenangebot möglicherweise zunächst ein Knochenaufbau erforderlich ist. Auch die Position des fehlenden Zahns ist relevant: Im Frontzahnbereich, wo ästhetische Aspekte im Vordergrund stehen, können schraubenlose Systeme Vorteile bieten. Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen wie unkontrolliertem Diabetes oder starkem Nikotinkonsum sollten vor einer Implantatbehandlung ihre Risikofaktoren mit dem Zahnarzt besprechen. Eine gründliche Diagnostik mittels Röntgenbildern oder dreidimensionaler Bildgebung ist unerlässlich, um die Eignung für diese Technologie zu prüfen. Der behandelnde Zahnarzt kann nach einer umfassenden Untersuchung eine individuelle Empfehlung aussprechen.

Kosten und Verfügbarkeit der neuen Implantattechnologie

Die Kosten für schraubenlose Zahnimplantate können von verschiedenen Faktoren abhängen, darunter das verwendete System, die Komplexität des Eingriffs und die regionale Preisgestaltung. In Österreich liegen die Kosten für ein einzelnes Zahnimplantat typischerweise zwischen 1.200 und 2.500 Euro, wobei schraubenlose Systeme im oberen Preissegment angesiedelt sein können. Diese Schätzung umfasst in der Regel das Implantat selbst, die chirurgische Insertion und die Nachsorge, jedoch nicht die prothetische Versorgung wie Kronen oder Brücken, die zusätzliche Kosten verursachen.


Leistung Anbieter/Typ Kostenschätzung
Einzelimplantat klassisch Standardsystem 1.200 - 1.800 €
Einzelimplantat schraubenlos Premium-System 1.800 - 2.500 €
Prothetische Versorgung Krone auf Implantat 800 - 1.500 €
Diagnostik 3D-Röntgen/DVT 150 - 300 €

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen, die in diesem Artikel genannt werden, basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Es wird empfohlen, unabhängige Recherchen durchzuführen, bevor finanzielle Entscheidungen getroffen werden.

Die Verfügbarkeit schraubenloser Implantatsysteme ist in Österreich noch begrenzt, da nicht alle Zahnarztpraxen über die entsprechende Ausbildung und Ausstattung verfügen. Spezialisierte Implantologen und größere zahnmedizinische Zentren bieten eher Zugang zu diesen neueren Technologien. Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung erfolgt in der Regel nicht oder nur teilweise, sodass Patienten den Großteil der Kosten selbst tragen müssen. Private Zusatzversicherungen können je nach Tarif einen Teil der Implantatkosten erstatten.

Zusammenfassung

Schraubenlose Zahnimplantate stellen eine interessante Weiterentwicklung in der Implantologie dar, die für bestimmte Patientengruppen Vorteile bieten kann. Die vereinfachte chirurgische Handhabung und potenzielle Verbesserungen in der Primärstabilität sind vielversprechende Aspekte. Dennoch ist eine sorgfältige Patientenauswahl und präzise Diagnostik entscheidend für den Behandlungserfolg. Die Kosten liegen tendenziell über denen herkömmlicher Systeme, und die Verfügbarkeit ist derzeit noch eingeschränkt. Patienten sollten sich umfassend von einem erfahrenen Implantologen beraten lassen, um die für ihre individuelle Situation beste Lösung zu finden.