Hochtemperatur-Wärmepumpen: Die innovative Heizlösung für Altbauten

Die energetische Sanierung von Altbauten stellt Hausbesitzer oft vor große Herausforderungen. Hochtemperatur-Wärmepumpen bieten hier eine zukunftsweisende Lösung, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch überzeugt. Diese moderne Technologie ermöglicht es, auch in älteren Gebäuden mit bestehenden Heizkörpern effizient und nachhaltig zu heizen.Die Heizungstechnik in Altbauten steht vor einer Zeitenwende. Während herkömmliche Wärmepumpen oft nur bei niedrigen Vorlauftemperaturen effizient arbeiten, eröffnen Hochtemperatur-Wärmepumpen völlig neue Möglichkeiten für die Modernisierung bestehender Heizsysteme. Diese innovative Technologie kombiniert Umweltfreundlichkeit mit praktischer Anwendbarkeit in älteren Gebäuden.

Hochtemperatur-Wärmepumpen: Die innovative Heizlösung für Altbauten Image by Alina Kuptsova from Pixabay

Die Modernisierung der Heiztechnik in älteren Gebäuden war lange Zeit mit hohen Kosten und umfangreichen Umbaumaßnahmen verbunden. Hochtemperatur-Wärmepumpen haben diese Situation grundlegend verändert und ermöglichen es Hausbesitzern, ihre bestehende Heizungsinfrastruktur weitgehend zu erhalten und dennoch auf eine nachhaltige Heizlösung umzusteigen.

Diese innovative Technologie unterscheidet sich von herkömmlichen Wärmepumpen durch ihre Fähigkeit, deutlich höhere Vorlauftemperaturen zu erreichen. Während Standard-Wärmepumpen meist bei Temperaturen zwischen 35°C und 55°C arbeiten, schaffen Hochtemperatur-Varianten Werte von bis zu 70°C oder sogar 80°C.

Wie funktionieren Hochtemperatur-Wärmepumpen im Altbau?

Das Funktionsprinzip basiert auf einem modifizierten Kältekreislauf mit speziellen Kältemitteln und verstärkten Kompressoren. Der Verdichter arbeitet mit höherem Druck, wodurch das Kältemittel stärker komprimiert wird und entsprechend höhere Temperaturen erreicht. Moderne Geräte nutzen häufig R290 (Propan) oder andere natürliche Kältemittel, die sowohl umweltfreundlich als auch für hohe Temperaturen geeignet sind.

Der zweistufige Verdichtungsprozess ist dabei besonders effizient: In der ersten Stufe wird das Kältemittel vorverdichtet, in der zweiten Stufe erfolgt die finale Kompression auf das gewünschte Temperaturniveau. Diese Technologie ermöglicht es, auch bei niedrigen Außentemperaturen stabile hohe Vorlauftemperaturen zu gewährleisten.

Welche Vorteile bietet die Installation ohne große Umbaumaßnahmen?

Der größte Vorteil liegt in der Kompatibilität mit bestehenden Heizkörpern und Rohrleitungen. Hausbesitzer können ihre vorhandenen Radiatoren weiternutzen und müssen nicht auf Flächenheizungen wie Fußbodenheizung umstellen. Dies spart erhebliche Kosten für Umbauarbeiten, die bei einer Komplettsanierung zwischen 15.000 und 30.000 Euro betragen können.

Zudem entfallen aufwendige Dämmmaßnahmen, die bei herkömmlichen Niedertemperatur-Wärmepumpen oft notwendig sind. Die hydraulische Einbindung erfolgt meist über den bestehenden Heizkreislauf, wobei lediglich die alte Heizung gegen die Wärmepumpe ausgetauscht wird.

Wie wirtschaftlich sind Hochtemperatur-Wärmepumpen im Betrieb?

Die Betriebskosten hängen stark von der Jahresarbeitszahl (JAZ) ab, die bei Hochtemperatur-Wärmepumpen typischerweise zwischen 2,5 und 3,5 liegt. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 15.000 kWh Wärmebedarf entstehen jährliche Stromkosten von etwa 1.200 bis 1.800 Euro, abhängig vom örtlichen Strompreis.

Verglichen mit Gasheizungen sind die Betriebskosten oft ähnlich oder leicht höher, jedoch bieten sie Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren Preisschwankungen. Die Wartungskosten sind mit etwa 200 bis 400 Euro pro Jahr deutlich geringer als bei Öl- oder Gasheizungen.


Anbieter Modell Vorlauftemperatur Geschätzte Kosten
Viessmann Vitocal 250-A bis 70°C 18.000-25.000 €
Daikin Altherma 3 H HT bis 70°C 16.000-22.000 €
Mitsubishi Ecodan PUHZ-SHW bis 60°C 15.000-20.000 €
Wolf CHA Monoblock bis 65°C 17.000-24.000 €
Stiebel Eltron WPL HT bis 70°C 19.000-26.000 €

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.


Welche Fördermöglichkeiten gibt es für die Umrüstung?

In Österreich unterstützt der Bund den Umstieg auf Wärmepumpen mit verschiedenen Förderinstrumenten. Die Bundesförderung “Raus aus Öl und Gas” gewährt bis zu 7.500 Euro Zuschuss für den Austausch fossiler Heizsysteme. Zusätzlich bieten die Bundesländer eigene Förderprogramme an, die sich mit der Bundesförderung kombinieren lassen.

Die KPC (Kommunalkredit Public Consulting) verwaltet weitere Fördertöpfe, insbesondere für umfassende Sanierungen. Hier können Zuschüsse von bis zu 50% der förderfähigen Kosten erreicht werden. Wichtig ist die Antragstellung vor Projektbeginn und die Einhaltung technischer Mindestanforderungen.

Welche Voraussetzungen muss ein Altbau erfüllen?

Nicht jeder Altbau eignet sich gleich gut für eine Hochtemperatur-Wärmepumpe. Die wichtigste Voraussetzung ist ein ausreichend dimensioniertes Stromnetz, da die Geräte Anschlussleistungen zwischen 6 und 15 kW benötigen. Der Hausanschluss sollte mindestens 25 Ampere abgesichert sein.

Der Heizwärmebedarf sollte unter 150 kWh pro Quadratmeter und Jahr liegen, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten. Bei höheren Werten sind zumindest grundlegende Dämmmaßnahmen an Dach, Fenstern oder Fassade sinnvoll. Ausreichend Platz für die Außeneinheit ist ebenfalls erforderlich, wobei Lärmschutzbestimmungen zu beachten sind.

Hochtemperatur-Wärmepumpen stellen eine praktikable Lösung für die Wärmewende in Altbauten dar. Sie verbinden die Vorteile erneuerbarer Energien mit der Möglichkeit, bestehende Heizsysteme weiterzunutzen. Bei sorgfältiger Planung und professioneller Installation können sie eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Alternative zu fossilen Heizsystemen bieten.