Dieses neue Implantat benötigt keine Schrauben – Mehr erfahren

Das neue Implantat ist so konzipiert, dass es ohne Schrauben befestigt werden kann. Es eignet sich für verschiedene zahnmedizinische Anwendungen und ermöglicht eine unkomplizierte Handhabung für Zahnärzte und Patienten. Weitere Informationen helfen, die passenden Einsatzmöglichkeiten besser zu verstehen.

Dieses neue Implantat benötigt keine Schrauben – Mehr erfahren

Schraubenfreie Implantatkonzepte gewinnen an Aufmerksamkeit, weil sie auf eine mechanische Klemmverbindung oder ein einteiliges Design setzen, das ohne separate Fixierschraube auskommt. Für Patientinnen und Patienten in Österreich stellt sich die Frage, was hinter der Technik steckt, wie sie sich von etablierten Ansätzen unterscheidet und welche Faktoren bei der Entscheidung eine Rolle spielen – von der Eignung über die Behandlungsabläufe bis hin zu Kosten und Verfügbarkeit in Ihrer Region.

Was sind Zahnimplantate ohne Schrauben?

Unter „Zahnimplantaten ohne Schrauben“ versteht man Systeme, bei denen die Verbindung zwischen Implantatkörper (der im Kieferknochen verankert wird) und dem Aufbau/Abutment ohne Fixierschraube funktioniert. Häufig kommt eine sogenannte Morse-Taper- oder Locking-Taper-Verbindung zum Einsatz: Eine hochpräzise, konische Klemmung hält den Aufbau rein durch Reibschluss fest. Eine andere Variante sind einteilige Keramikimplantate, bei denen Implantat und Aufbau eine Einheit bilden. Wichtig ist die Unterscheidung: Auch wenn keine Fixierschraube verwendet wird, wird der Implantatkörper weiterhin chirurgisch im Knochen verankert – je nach System mit Gewindedesign, Press-Fit oder kompressionsoptimierter Form.

Vorteile der neuen Implantattechnologie

Potenzielle Vorteile liegen in der reduzierten Teilezahl und dem Wegfall einer potenziellen Fehlerquelle: Schraubenlockerungen sind konstruktionsbedingt ausgeschlossen. Die konische Klemmung kann mikrobewegungsarm sein und das Eindringen von Flüssigkeiten an der Verbindung reduzieren, was die Langzeitstabilität begünstigen kann. Einteilige Keramikimplantate bieten zudem eine metallfreie Option, was für Personen mit Metallunverträglichkeiten relevant sein kann. Gleichzeitig gilt: Die klinische Eignung hängt vom individuellen Fall ab, und nicht jede Situation profitiert gleichermaßen. Für einteilige Designs ist eine sehr präzise Implantatposition erforderlich, da später weniger Korrekturmöglichkeiten bestehen.

Einfache Handhabung des modernen Implantats

Im Behandlungsalltag kann die schraubenfreie Verbindung Arbeitsschritte vereinfachen: Anstelle des Anziehens mit Drehmoment wird der Aufbau z. B. über einen definierten Einschlag („tapping“) gesetzt oder ist bereits Bestandteil des Implantats. Das kann Behandlungszeiten in einzelnen Sitzungen verkürzen und die Wartung erleichtern, weil keine Schrauben nachgezogen werden müssen. Für die Praxis wichtig sind jedoch eine exakte Bohrschablonen-gestützte Planung (idealerweise mit 3D-Bildgebung/CBCT), die Beachtung herstellerspezifischer Einsetzprotokolle und die Auswahl passender Prothetikkomponenten. Für Patientinnen und Patienten bleibt die gründliche häusliche Mundhygiene und professionelle Nachsorge entscheidend.

Welche Patienten kommen infrage?

Geeignet sind in der Regel Personen mit gesundem Zahnfleisch, ausreichendem Knochenangebot und stabiler Allgemeingesundheit. Einteilige Keramikimplantate können für Patientinnen und Patienten mit ausgeprägter Metallaversion oder speziellen ästhetischen Anforderungen interessant sein. Vorsicht ist geboten bei starkem Bruxismus, unkontrolliertem Diabetes, schwerer Parodontitis ohne Vorbehandlung oder stark eingeschränktem Knochenvolumen ohne begleitende Augmentation. Ob eine schraubenfreie Lösung oder eine klassische verschraubte Verbindung günstiger ist, entscheidet die Befundlage im Zusammenspiel von chirurgischer Machbarkeit, prothetischer Planung und individuellen Erwartungen – idealerweise nach Beratung durch eine implantologisch erfahrene Fachpraxis.

Kosten und Verfügbarkeit der Technologie

In Österreich bewegen sich Gesamtkosten für eine Einzelzahnimplantation (Implantatkörper plus Krone) häufig im Bereich von etwa 2.200–4.500 € pro Zahn, abhängig von System, Material, Region, Laboraufwand und notwendiger Vorbehandlung. Einteilige Keramiklösungen können aufgrund von Material- und Fertigungsaufwand tendenziell etwas höher liegen. Zusätzliche Leistungen wie Knochenaufbau, 3D-Planung, Provisorien oder Sedierung erhöhen die Gesamtsumme. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht, ausgenommen medizinisch besonders begründete Fälle; private Zusatzversicherungen oder Unterstützungsfonds können je nach Vertrag Teile abdecken. Die Verfügbarkeit schraubenfreier Systeme ist gut, aber nicht jede Praxis führt jedes System – eine gezielte Anfrage bei lokalen Services in Ihrer Region ist sinnvoll.


Produkt/Leistung Anbieter Kostenschätzung
Schraubenfreie Morse-Taper-Verbindung (z. B. Bicon System) Bicon (System, Versorgung über Partnerpraxen in Österreich) ca. 2.800–4.500 € je Zahn inkl. Krone
Einteiliges Keramikimplantat (z. B. SDS) SDS Swiss Dental Solutions (über spezialisierte Praxen) ca. 3.200–5.000 € je Zahn inkl. Krone
Implantatversorgung (unterschiedliche Systeme) Bernhard-Gottlieb Universitätszahnklinik Wien ca. 2.200–4.000 € je Zahn, fallabhängig
Standard zweiteiliges Titanimplantat mit Schraube (Vergleich) Straumann/Nobel Biocare Systeme über Praxen in Österreich ca. 2.500–4.200 € je Zahn inkl. Krone

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird empfohlen, bevor finanzielle Entscheidungen getroffen werden.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Lassen Sie sich von einer qualifizierten zahnärztlichen Fachperson individuell untersuchen und beraten.

Abschließend lässt sich festhalten: Schraubenfreie Implantatkonzepte bündeln präzise Mechanik und reduzierte Komponenten. Für geeignete Fälle können sie eine verlässliche Option darstellen, mit potenziellen Vorteilen bei Wartung und Ästhetik – vorausgesetzt, Planung, Indikationsstellung und Nachsorge sind konsequent. Eine differenzierte Abwägung mit der behandelnden Praxis klärt, ob ein schraubenfreies System oder eine klassische verschraubte Verbindung für den individuellen Befund die bessere Wahl ist.